Raidlinglauf 2018

Kärntner Reindling vs. Raidling

Auch wenn wir uns wie die Schichten eines klebrigen Honig-Reindlings den Hang runter wälzten, so war es doch immer noch der Raidlinglauf. Und der macht bekanntlich eines ganz gut – er lässt die Oberschenkel brennen. Wenn dann auch noch ganz vom Gipfel gestartet wird und eine Vielzahl an Toren dazu kommen, dann schmerzen die 30 Sekunden Mehr an Laufzeit schon ganz gewaltig *g*.

Aber irgendwie muss man da durch. Mit Startnummer 47 (von 50) durfte ich mich auf eine dezent beeinträchtigte Spur durch die roten und blauen Stangen freuen. „Wandln“, so tief wie Krater und Spurrillen bei der die Asfinag schon längst einen Schlaganfall bekommen hätte, zierten meinen Weg bergab. Erwischt man die Kurve nicht auf den Zentimeter genau, ist kaum noch Kraft zum Korrigieren übrig. Ein Kampf, von oben bis unten. Aber herrlich, wenn man dann die Ziellinie überquert und sich vollend den Genüssen von Armins Küche hingeben darf. Wieder mal geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachtwanderung

Wir stiegen bereits am Vortag abends zur Hütte auf. Ein kleiner Abstecher über die 2 Raidlinge (Liezener und Wörschacher) im Dunkeln und eine Pulverabfahrt machten den Tag perfekt. Kasnockn vom Chef persönlich und ein Gute-Nacht-Bier ließen uns die Nacht durchschlafen – obwohl die Nervosität bereits nagte. Klaus hatte nicht gewaxelt und der Schweiß stand ihm bereits beim Frühstück auf der Stirn. Wir machten einen Testlauf in der Rinne daneben und waren überrascht, dass bei diesen Temperaturen immer noch Pulver lag. Ein Traum. Aber mit den Minuten die verflossen, verfloss auch das pulvrige Weiß und rechtzeitig zum Start des Rennens war mehr oder weniger nur mehr patziger Schnee vorhanden.

Bratl von morgens bis abends

Dennoch war der Lauf wieder ein großer Erfolg – die altbekannten Stars durften sich wieder um die vordersten Plätze streiten und die „Kim guat owi“-Gruppe vergaß sogar, dass Tore gesteckt waren. Nach der Siegerehrung und Verlosung machte sich die hungrige Meute über den Schweinsbraten von Armin her – er hat sich wieder mal selbst übertroffen. Also beschlossen wir abends den gleichen Gang nochmal kalt zu genießen. Und weil’s so lecker war, gab’s zum Frühstück nicht viel was Anderes *g*. Die Temperaturen waren fast sommerlich und man sah die letzten Tage so ziemlich alle Südhänge der umliegenden Berggipfel spontan abgehen. Wir entschlossen uns also, keine Skitour mehr zu gehen und gemütlich über den Raidling, die Ostrinne und über die Hochtor-Nebenrinne abzufahren.

Ein großes Dankeschön an das Team der Hochmölbinghütte, an Bertl Gruber und Thomas Stanzinger vom Alpenverein Liezen und alle RennläuferInnen die dieses Event alljährlich zu einem Jahres-Highlight machen. Wir freuen uns bereits auf das nächste Mal.